Verband für digitales broadcast und internetbasiertes Fernsehen

Fernsehkamera Tonmischpult Konzertaufzeichnung Objektiv an einer Fernsehkamera

Druck auf Regierung

Foto: Pixabay.com
Nachrichten-Sperre bei Facebook in Australien - Streit um Mediengesetz

Facebook hat in Australien aus Protest gegen ein neues Mediengesetz alle Inhalte von Nachrichtenseiten auf seiner Plattform abgeschaltet. Der Konzern mache politischen Druck gegen notwendige Regeln, meint der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV).

"Nach der Marktmacht spielen die Mega-Plattformen jetzt auch ihre politische Macht aus", kommentierte Dietmar Wolff, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV), die Vorgänge in Australien. Dass eine Plattform nach Belieben einfach Seiten abschaltet, um politischen Druck aufzubauen, zeige eindrucksvoll, wo das Problem mit den amerikanischen Netzmonopolisten im Internet liege. Dieses Verhalten gehöre prinzipiell zur weltweiten Strategie der Mega-Plattformen.

Facebook handelt hier aus reinem Eigeninteresse und nicht, weil sie die Welt angeblich besser machen wollen: "In Australien zeigt Facebook sein wahres Gesicht: Die Plattform selbst hat den Anspruch, die Welt zu vernetzen, die Welt mit Informationen zu versorgen. Wenn aber die Politik notwendige Regeln aufstellt, dann ist es damit plötzlich vorbei und sowohl die Interessen der NutzerInnen als auch die Meinungs- und Pressefreiheit sind für Facebook auf einmal egal", sagte Wolff in Berlin.

Es sei höchste Zeit, dass die Regierungen überall auf der Welt die Marktmacht der Gatekeeper-Plattformen beschränken. Und die Mega-Plattform Facebook müsse sich entscheiden, ob sie selber Medium sein möchte oder nicht. Wenn sie jetzt eigene Medienangebote ankündige und umsetze, sei sie ein globales Medienunternehmen mit knapp drei Milliarden Kunden und müsse entsprechend auch so reguliert werden.

In Deutschland könnten sich die Nutzer auch ohne Facebook darauf verlassen, dass sie vielfältig und bestens informiert werden, versichert der BDZV-Hauptgeschäftsführer. Es gebe über 600 Nachrichtenportale alleine von Zeitungen.


Weitere Meldungen und Positionen des VdiF

Foto: Pixabay
So stehen Medien, Promis und Sprachexperten zum Gendern "Bürger*innen", "Bürger und Bürgerinnen" oder schlicht: Bürger? Wer beruflich mit Sprache unterwegs ist, kam 2021 nicht am Thema Gendern vorbei. Wir haben unterschiedliche Positionen von Promis und Fachleuten zusammengefasst, von "schlechter Stil" bis "zeitgemäße Kommunikation".
Foto: Pixabay.com
Hass und Gewalt in Messengerdiensten - Diese Ansätze könnten helfen Über den Messengerdienst Telegram sollen sich bewaffnete Tatverdächtige ausgetauscht haben, die in einem Chat Morddrohungen gegen den Sächsischen Ministerpräsidenten geäußert haben sollen. Nicht erst seit diesem Fall steht Telegram in der Kritik. Die Straf- und Medienrechtlerin Prof. Dr. Elisa Hoven von der Universität Leipzig forscht zu Hate Speech im Internet. Ein Interview über die Rechtslage und mögliche Ansätze, gegen Hass und Gewalt im Netz vorzugehen.
Foto: LfK - Landesanstalt für Kommunikation
Kontinuität an der Spitze: Wolfgang Kreißig als Vorsitzender von DLM und ZAK bestätigt. Glückwüsche von LfK-Medienrat und Fernsehverband VdiF Stuttgart, 25.11.2021. Dr. Wolfgang Kreißig, ist für weitere zwei Jahre an die Spitze der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) und der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) gewählt worden. Der Präsident der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) steht für eine der vielfältigsten Medienlandschaften in Deutschland. "Dr. Kreißig bringe eine starke Stimme aus Baden-Württemberg ein", gratulierte Medienratsvorsitzender Dr. Wolfgang Epp. Auch der Fernsehverband VdiF wünscht für die Arbeit an der Spitze der Landesmedienanstalten "ein bewährt-gutes Gelingen: Die Stärkung der Non-Must-Carry-Sender legen wir Herrn Dr. Kreißig dabei ganz besonders ans Herz!", so VdiF-Präsident Stefan Klarner.